Mein halbes Jahr in Mexiko

03Dezember
2018

November in Mexiko

Jetzt sind schon wieder fast sechs Wochen seit dem letzten Eintrag vergangen. In der Zeit konnte ich viel erleben und neue Orte sehen.

Am letzten Oktoberwochenende war ich mit einer meiner Mitbewohnerinnen in dem Film "Coco". Das ist ein Animationsfilm, der einen sehr guten Einblick in den Dia de los Muertos gibt. Die Geschichte ist natürlich erfunden und ausgeschmückt, aber man versteht meiner Meinung nach ganz gut, worum es den Mexikanern an diesem Tag geht und wie die Vorstellung des Todes hier aussieht. Die Menschen kommen wenn sie sterben in eine Art Parallelwelt, wo sie leben und am DIa de los Muertos müssen Fotos von ihnen aufgestellt werden, gemeinsam mit ihrem Lieblingsessen und einer bestimmten Art von Blumen- den Sempazuchitl. Ich glaube vielleicht nicht daran, dass die Verstorbenen wirklich in einer Parallelwelt sind und an diesem einen Tag im Jahr ihre Verwandten besuchen kommen, aber mir gefällt die Vorstellung sehr gut. Insgesamt ist der Film auf jeden Fall sehr sehenswert!

Am nächsten Tag gab es einen Desfile del dia de los Muertos, also eine Parade, bei der sich die Leute als Skelette und Tote verkleidet haben und dann in Autos, auf Motorrädern, zu Fuß etc. präsentiert haben. Manche sahen wirklich toll aus. Es hat ein bisschen an Karneval erinnert.

Am Sonntag dann war ein ganz besonderer Tag mit vielen verschiedenen Höhepunkten. Zuerst waren wir auf einem Konzert von einem Orchester, das die Musik von Harry Potter gespielt hat, während im Hintergrund teilweise Filmausschnitte liefen. Das hat mir sehr gut gefallen. EInige kamen sogar in Kostümen, besonders gut waren Mad Eye Moody und Umbridge. Das Konzert war etwas außerhalb in einem schicken Konzertsaal. Außerhalb des Saals wurde das Ambiente ein bisschen zerstört, weil an diesem Tag auch ein Fitnesswettbewerb und eine Fitnessmesse auf dem Platz direkt daneben stattfanden. Da mussten dann Gewichte gestemmt  und Liegestütze und so weiter gemacht werden.

Anschließend ging es weiter nach Chapultepec, wo wir dann zu Mittag in einem Harry Potter Restaurant gegessen haben. Es gab Butterbier und Burger aus Drachenblut. Also war der halbe Tag im Harry-Potter-Stil.

Danach sind wir in das Teatro Delgado im Zentrum Guadalajaras gegangen und haben uns ein Ballett Folclórico angesehen. Das war sehr beeindruckend mit vielen verschiedenen Tanzrichtungen aus den unterschiedlichen Teilen Mexikos und beeindruckenden Trachten.

Am Donnerstag, den 1.11.18, ging es dann um sechs Uhr morgens los Richtung Michoacan. Wir waren zehn Leute und mit zwei Autos unterwegs. Da wir dieses Wochenende auf einer der Inseln im Lago de Pátzcuaro übernachten wollten, hatten wir ziemlich viel Gepäck dabei mit Zelten, Klamotten, Decken, Kissen etc. Die Fahrt war sehr abenteuerlich mit vielen verschiedenen lustigen und aufregenden Situationen.

Im ersten Dorf auf der Reise angekommen, haben wir ersteinmal Tacos gesfrühstückt. Die waren aus schwarzem Mais gemacht und deswegen gräulich, was nicht sehr appetitlich aussah. Sie haben am Ende dann doch ganz gut geschmeckt, aber ich bevorzuge wohl normale Tortillas. In dem Dorf gab es einen sehr schönen See, in dem man auch schwimmen konnte. Alles war geschmückt und es gab viele Altare, wo die Fotos von Verstorbenen und die Blumen präsentiert wurden.

Auf unserem weiteren Weg sind wir noch durch andere Orte gekommen, alle mit Namen von den Indígenas, wie zum Beispiel Ucasanastacua. Abends haben wir dann mit der Fähre erstmal alle Sachen auf die Insel gebracht und die Zelte aufgebaut. Isomatten hatten wir leider nicht, aber mit den Decken ging es dann auch. Dann sind wir wieder zurückgefahren und haben uns noch den Friedhof von Cucuchucho angeschaut. Das war sehr beeindruckend mit den tausenden von orangenen Blumen und Kerzen. Ich habe mich allerdings sehr wie ein Tourist und ein Eindringling hier gefühlt. Die Mexikaner saßen an ihren Gräbern und haben auf Mitternacht gewartet, also den 2.11., an dem die Toten dann wiederkommen sollten. Und wir sind (so wie leider sehr viele andere Ausländer oder mexikanische Touristen auch) über den Friedhof gelaufen und haben Fotos gemacht..

Anschließend sind wir dann noch in ein anderes Dorf gefahren und haben dort gegessen. Um Mitternacht haben mir dann alle gratuliert und ich habe sogar einen Kuchen mit Kerzen und ein Ständchen bekommen! Anchließend wurde der Abend etwas stressig, weil wir eigentlich noch nach Tzintzuntzan wollten, die Straße aber gesperrt war, weil zu viel los war. Deswegen konnten wir auch nicht zu unserem normalen Ableger fahren, wo die Fähre zu unserer Insel ging. Deswegen mussten wir sehr lange an einem anderen warten und diskutieren bis uns endlich jemand mitgenommen hat. Schlussendlich waren wir dann erst um vier Uhr auf unserer Insel Yunuén. Die Nacht war leider sehr kalt im Zelt.

Am Morgen habe ich dann ein paar Geschenke bekommen und ein sehr salziges Frühstück gegessen. Wir sind dann auf eine andere Insel gefahren, Janitzio, wo es auch einen Friedhof gab und einen schönen Blick auf den See, weil die Insel sehr hügelig war.

Dann waren wir noch in verschiedenen anderen Orten, wie beispielsweise Pátzcuaro. Den Abend haben wir dann mit einem Lagerfeuer auf unserer Insel verbracht. War insgesamt ein schöner Geburtstag! Allerdings fand ich es schade, dass obwohl eigenlich der 2.11. der wichtigere Feiertag hier ist, die meisten Sachen am Tag vorher passieren. Aber das ist bei den meisten Feiertagen hier so.

Am nächsten Tag haben wir uns dann schon wieder auf den Rückweg gemacht. Auf dem Weg haben wir uns zuerst Pyramiden angeschaut, danach waren wir in einem Nationalpark und zum Schluss waren wir in einem ehemaligen Dorf nahe einem noch aktiven Vulkan, der angeblich jederzeit ausbrechen könnte. Vor einigen Jahren ist er auch wirklich ausgebrochen und hat das ganze Dorf mit Lava bedeckt. Man konnte nur noch einzelne Ruinen erkennen. Hat aber sehr viel Spaß gemacht da rumzuklettern!

Danach wurde der Rückweg wieder sehr abenteuerlich, weil unser Führer uns einen Weg empfohlen hatte, der eindeutig nicht für Autos gemacht war. Wir haben für einen Kilometer eine Stunde gebraucht, weil wir immer wieder aussteigen mussten, weil so viele Schlaglöcher und Matsch auf dem Weg waren. Ich war sehr froh, dass beide Autos das mehr oder weniger unbeschadet überstanden haben. War wirklich ein sehr abenteuerliches Erlebnis, weil es dann auch schnell dunkel wurde und wir mitten im Nirgendwo waren. Irgendwie haben wir es dann von diesem Weg wieder zu einer normalen Straße geschafft. Statt wie geplant um Mitternacht wieder in Guadalajara zu sein, sind wir dann erst um halb fünf Uhr morgens angekommen.

Auf dem ganzen Trip ist uns eine Sache sehr bewusst geworden: nämlich, dass eigentlich ganz Mexiko (oder zumindest alle Orte, die wir bisher kennen) von Coca Cola gekauft ist. An jeder zweiten Straßenecke sieht man Werbeschilder und alle Kiosks etc haben Stühle und Tische mit dem Cola-Logo. Außerdem haben wir auf sehr vielen Gräbern auch Cola-Flaschen gesehen, das war schon sehr auffällig. Wir haben uns einen Spaß daraus gemacht während den Autofahrten mal alle Cola-Werbungen zu zählen. Bei hundert haben wir dann aufgehört, weil es zu viel wurde.

Am Tag danach war ich dann mit zwei Freundinnen im Ballett und habe mir Schwanensee angeschaut. Das war eins meiner Geburtstagsgeschenke. Das hat mir auch sehr gut gefallen! Es war open Air und die Bühne war wirklich in einem See. Wir wussten nur leider vorher nicht, dass es draußen sein würde, deswegen haben wir ein wenig gefroren.

In der darauffolgenden Woche fing dann so langsam der Unistress an. Ich musste ein Referat halten, wovor ich mir sehr viel Stress gemacht habe. Außerdem haben wir mit unserem Filmprojekt angefangen, was im Nachhinein sehr sehr viel Arbeit war, aber Spaß gemacht hat und auch ein schönes Endergebnis geworden ist.

Am Samstag waren wir dann auf einem kostenlosen Festival in Chapultepec. Es waren unglaublich viele Leute da. Es ging die ganze Straße hinunter mit vier verschiedenen Bühnen. Hier haben wir eine Band gehört, die ich noch nicht kannte, Siddharta. Die haben mir sehr gut gefallen. Und als Hauptattraktion waren dann die Editors da. War auch ein tolles Konzert, da habe ich aber schon ein besseres von ihnen gehört.

Am Montag waren wir dann in dem Kinofilm "Bohemian Rhapsody", der von Freddie Mercury und seiner Band Queen handelt. Auch sehr empfehlenswert.

 Am folgenden Wochenende war wieder eine der größeren Reisen: es ging nach México Ciudad! Wir sind mit dem Nachtbus hingefahren und waren dann um sechs oder sieben Uhr dort am Busbahnhof. Zuerst haben wir uns auf den Weg zum Hostel gemacht, um unsere Rucksäcke abzustellen. Anschließend ging es zu einem ersten Erkundungsgang durch das Zentrum. Ich hatte mir die Stadt voll und laut und dreckig vorgestellt, aber im Endeffekt hat sie mich sehr positiv überrascht! Natürlich waren viele Menschen da, es ist schließlich eine der größten Städte der Welt. Aber es war überraschend sauber und entspannt.

Wir haben uns die Kathedrale und den Templo Maior angesehen, wo man durch die Ruinen laufen konnte.

Dann waren wir noch auf dem Torre Latino, wo man einen beeindruckenden Blick über die ganze Stadt hatte. Von dort konnte man den Smog sehen und die Staus an Autos und Fußgängern. Außerdem haben wir über den Wolken noch einen Teil des Vulkans Popocatépetl gesehen, das war sehr beeindruckend.

Nachmittags waren wir dann im Anthropologiemuseum. Vorher haben wir von vielen gehört, wie beeindruckend und toll dieses Museum sein sollte, deswegen waren wir sehr gespannt. Am Ende hat es mir dann aber doch gar nicht so sehr gefallen, es gab viele Duplikate oder Nachbildungen und relativ wenige Erklärungen. Das Gebäude an sich fand ich aber schön.

Am nächsten Tag war dann eins meiner Highlights aus der ganzen Zeit hier in Mexiko: wir sind nach Teotihuacan gefahren, wo alte Pyramiden stehen, die von einer Gruppe der Indígenas erbaut wurden. Wir haben an einer Führung teilgenommen und viele Hintergrundinformationen erhalten. Es gab drei große Pyramiden: die Pyramide des Gottes Quetzalcoatl, die Sonnen- und die Mondpyramide. Diese wurden nicht von den Azteken erbaut, sondern nur von ihnen ein paar Jahrhunderte nach deren Erbauung wiederentdeckt. Die Ursache für die Zurücklassung der ersten Bewohner ist nicht ganz klar. Es gibt drei mögliche Gründe: entweder gab es eine Infektion des Wassers, von der man krank wurde und die dazu zwang den Ort zu verlassen, oder eine andere Erklärung wäre, dass es generell eine Wasserknappheit gab und die letzte Möglichkeit ist, dass es Streitigkeiten und Auseinandersetzungen untereinander und mit anderen gab. Die Azteken kamen dann später im Jahr 1325 und haben den Ort wiederentdeckt. Sie wollten aber nicht dort wohnen, weil sie auf ein Zeichen warteten, dass ihnen den Ort zuweisen sollte. Dort wo heute México Ciudad liegt, fanden sie dieses Zeichen in einem Vogel, der eine Schlange fraß (das sieht man heute auch noch auf der Flagge und auf den Münzen). Deswegen bauten sie an diesem Ort die Stadt Tenochtitlan auf, über die später México Ciudad gebaut wurde.

Teutihuacan war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. Es war sehr, sehr heiß und es gab fast keinen Schatten, deswegen war es ein anstrengender Tag, aber es hat sich sehr gelohnt ! Man konnte bis ganz nach oben auf die Sonnenpyramide und über das ganze riesige Gelände schauen. Auf die Mondpyramide sind wir dann nicht mehr gestiegen, aber die sah von unten auch beeindruckend aus.

Den nächsten Tag wollten wir dann Frida Kahlo widmen und ihre beiden Häuser besuchen. Es ging leider nicht gut los, da es Sonntag war und deswegen besonders viele Leute auf die gleiche Idee gekommen waren. Wir mussten für die Casa Azul über drei Stunden anstehen und dann war es drinnen auch sehr voll. Aber es war trotzdem sehr interessant zu sehen, wo Frida und Diego gewohnt haben. Innen gab es verschiedene Ausstellungen, einmal zu den Kleidern, die Frida immer getragen hat und was sie damit ausdrücken wollte, und die andere handelte von ihrer Biografie, ihren Bildern und ihrer Krankengeschichte.

Anschließend ging es dann zu dem anderen Haus von ihr und Diego. Das Museum innendrin hat mir nicht so sehr gefallen, weil hier eher andere Künstler präsentiert wurden, aber von außen war es schön mit den beiden Häusern, die durch eine Brücke verbunden waren. Hier habe ich mich allerdings gefragt, wie Frida sich dort gut bewegen konnte, denn alles war über schmale Treppen zu erreichen und Frida war durch ihren Unfall ja eingeschränkt.

Den letzten Tag haben wir mit einer Free Walking Tour durch das Zentrum verbracht und sind dann noch in einen nahegelegenen Wald gefahren, wo auch das Schloss des Präsidenten steht (der dort aber nicht mehr wohnt). Auf dem Rückweg zum Hostel, wo unsere Rucksäcke noch waren, sind wir dann zu Fuß gelaufen, was ganz schön weit war. Hier haben wir dann noch die Glorieta de la Independencia gesehen. Danach ging es mit dem Nachtbus dann wieder Richtung Guadalajara.

Die nächsten anderthalb Wochen waren dann nicht mehr so spannend, weil sie größtenteils aus Hausarbeit schreiben bestanden.. Ich bin aber zum Glück pünktlich mit allem fertig geworden und habe in der letzten Woche alles abgegeben. Unseren Film über die Busse in Guadalajara haben wir in unserem Kurs präsentiert und der ist sehr gut angekommen. Zu den anderen Texten müsste ich in der nächsten Woche auch eine Rückmeldung bekommen.

Am Mittwoch (28.11.) war ich mit meinen Mitbewohnern zusammen in einem Restaurant essen. Das war etwas besonderes, weil wir sonst nicht sehr viel gemeinsam gemacht haben. War aber ein sehr schöner Abend und fast alle der elf Mitbewohner waren da. Am Donnerstag war ich dann mit meiner "Zweit-WG", also meinem zweiten zu hause hier in Tlaquepaque essen. Dort gab es Mariachi-Musik und traditionelle Tänze in dem Pavillion in der Mitte. Hier habe ich zum ersten Mal Cazuela probiert. Eine riesige Schüssel mit Orangen- und Limettensaft, Grapefruit-Erfrischungsgetränk, Orangen-, Grapefruit-, Zitronen- und Limettenscheiben und einer ganzen Flasche Tequila, die sich dann der ganze Tisch geteilt hat. Jeder hat eine Schüssel bekommen, in die man sich so viel füllen konnte, wie man wollte und dann konnte man noch nach Belieben Chili drüberstreuen. Die Mexikaner haben direkt zwei Löffel Chili drübergekippt, mir hat ein bisschen weniger gereicht. War aber sehr lecker.

Ab jetzt sind Ferien und bald ist die Zeit in Guadalajara dann auch schon vorbei.. An Weihnachten geht die Reise dann los.

25Oktober
2018

Oktober

Buenas noches,

bei mir ist es erst viertel vor zehn, in Deutschland aber schon viertel vor fünf nachts. Die Zeitverschiebung kann manchmal ein bisschen anstrengend sein.

Am vorletzten Septemberwochenende war ich bei den Guachimontones, einer Sammlung runder Pyramiden (einzigartig auf der Welt). Hier war ich mit vier Kolumbianern und einem Mexikaner (allerdings Mexico Ciudad, also auch Austauschstudent). Weil wir an einem Samstag da waren, war es relativ voll. Wir haben an einer Führung teilgenommen, bei der uns ein bisschen über die Lebensweise der früheren Bewohner des Dorfes berichtet wurde. Anschließend waren wir noch im zugehörigen Museum, in dem viele Fundstücke von früher aufbewahrt wurden. 

Auf dem Weg zum Bus wurden wir von heftigem Regen überrascht und mussten deswegen den übernächsten Bus abwarten, da die Straße zum Fluss wurde und wir es nicht rechtzeitig geschafft haben.

Am nächsten Tag haben wir uns ein weiteres Mal auf den Weg zu der Barranca (Schlucht) gemacht. Unser Ziel war dieses Mal nicht das unten gelegene Dorf, sondern ein paar heiße Quellen, in denen wir baden wollten. Es war wie immer unglaublich warm und man hat schon nach den ersten Minuten geschwitzt. Wir mussten ganz bis nach unten steigen und dann Richtung Dorf. Das war dieses Mal aber schwieriger, da es am Tag vorher so stark geregnet hatte und deswegen manche Wege unter Wasser standen. Wir wollten aber nicht umdrehen und zurückgehen, deswegen sind wir durch ein paar leer stehende Häuserruinen und deren Vorgärten geklettert, bis der Weg wieder begehbar war. Angekommen im Dorf ging es dann nach einer kurzen Pause weiter ein Stück die Schienen hinauf und dann in einen kleinen unscheinbaren Feldweg.

Diesem folgten wir und kamen dann auf größere Wege. Nach insgesamt etwa vier Stunden kamen wir bei den Quellen an und es hat sich definitiv gelohnt! Es waren viele Menschen da (aber alles Mexikaner und keine Touristen). Es gabe sieben oder acht verschiedene Becken, ganz oben zu heiß zum reingehen, etwa 50 Grad, aber mit jeder Stufe hinunter wurde es etwas kühler. WIr waren lange in der Mitte bei circa 40 Grad, wo man es auch nicht lange am Stück aushält, und am Schluss ganz unten, wo es etwa Badewannentemperatur ist. Viele haben sich mit Schlamm eingerieben, das hat gekühlt und danach war die Haut schön weich.

Der Rückweg sollte ursprünglich der gleiche sein, wie der Hinweg, zum Glück haben wir dann aber von einigen Mexikanern erfahren, dass man auch auf der Ladefläche von einem Auto zum nächstgelegenen Dorf fahren kann, von wo aus wieder Busse fahren. Das haben wir der Vierstundenwanderung dann vorgezogen.

Am Dienstag (25.09.) war ich bei einem Vortrag von Gladys Tzul Tzul. Ich hab sie leider nicht allzu gut verstanden, aber es ging um die Indigenas Mexikos und die Rolle der Frau in den Dörfern der Indigenas. Anschließend ging es in Angies WG zum Essen, dieses Mal gab es Carne Asada (Grillfleisch). In Mexiko esse ich fast jeden Tag Fleisch, das finde ich eigentlich nicht so gut, aber man kommt nicht darum herum. In vielen Restaurants oder Imbissständen gibt es gar keine Gerichte ohne Fleisch.

Am Sonntag war ich in Tonalá noch einmal auf dem Markt und anschließend bei einem Ausblickspunkt über die Stadt.

Am nächsten Tag haben wir endlich unsere Studentenausweise bekommen- nach der Hälfte des Semesters. Jetzt kann man noch günstiger Bus fahren und es gibt einige Vergünstigungen auf Veranstaltungen. Abends war ich beim Salsa tanzen in Chapultepec.

Am Dienstag ging unser selbstgenommener Urlaub los und zwei Freundinnen und ich sind nach Sayulita an den Strand gefahren. Man braucht etwa fünf Stunden, deswegen waren wir erst abends da, sind noch essen gegangen (sehr lecker! Ich habe Mole gegessen, das ist Fleisch mit Schokoladensauce, klingt nach keiner guten Kombination, schmeckt aber besser als gedacht) und haben dann den Strand im Dunkeln gesehen. War sehr schön wieder am Meer zu sein! Unser Hostel war dann auch nur zwei Minuten vom Strand weg. Am nächsten Tag ging es dann direkt zum Surfunterricht. Hat Spaß gemacht, aber es war sehr anstrengend und ich habs auch leider nicht wirklich hinbekommen. Zweimal hab ich eine Welle auf Knien geschafft, aber zum Aufstehen hat mir am Ende die Kraft gefehlt.

Am nächsten Tag haben wir es nochmal verscucht, dieses Mal ohne Surflehrer. Hat auch nicht geklappt. Abends war ein unglaubliches Gewitter. Das schönste, das ich je gesehen habe! Wir sind am Strand geblieben und haben erst den Regen abgewartet unter einer Plane. Als es dann aufgehört hat zu regnen, haben wir uns in den Sand gesetzt und bestimmt eine Stunde lang den Blitzen zugeschaut, die über dem Meer eingeschlagen sind. Alle zehn Sekunden hat man die Blitze gesehen und den Donner gehört. Über dem Meer wurde der Himmel gelblich und hinter uns ein tiefes blau.

Am nächsten Tag ging es nach Lo de Marcos, ein Dorf etwa eine halbe Stunde entfernt. Dort hatten wir für das Wochenende ein Haus gemietet, insgesamt waren wir zwölf Leute. Abends sind wir dann aber doch noch einmal nach Sayulita gefahren, weil es dort eine Beachparty gab. Nach ein bisschen Salsa tanzen, waren wir dann um Mitternacht noch einmal schwimmen und sind dann irgendwann wieder zurückgefahren. Das Wochenende war eins der schönsten überhaupt hier in Mexiko. Ich fand allerdings den Strand in Sayulita deutlich besser als in Lo de Marcos. In Lo de Marcos waren die Wellen so hoch und der Sog so stark, dass man nicht schwimmen konnte. Wir waren mit den Füßen drin, aber man ist fast nicht mehr rausgekommen, weil man so stark von den Wellen ins Meer gezogen wurde. 

Wir waren auch einen Tag in San Francisco, San Pancho genannt. Der Ort liegt zwischen Sayulita und Lo de Marcos. War auch sehr schön, aber leider auch sehr hohe Wellen. Man konnte aber schön den Surfern zugucken. Am Montag ging es dann zurück nach Guadalajara, wo die Temperaturen wieder angenehm bei 20-25Grad lagen und nicht bei über 30.

Am Montag (15.10.) waren wir abends wieder in Chapultepec beim Tanzen. Das war vielleicht das beste Mal bis jetzt. Ich habe mit sieben oder acht verschiedenen Leuten getanzt und alle konnten es gut, deswegen hat es auch bei mir geklappt.

Über das Wochenende waren wir in Guanajuato (,,Ort der Frösche"). Eigentlich wollten wir zur Huasteca, wo es Wasserfälle gibt, von denen man springen kann. Das wurde aber leider abgesagt, weil es vorher zu stark geregnet hatte und man deswegen nicht ins Wasser gekonnt hätte. In Guanajuato (etwa vier Stunden entfernt) findet für drei Wochen im Oktober ein Kulturfestival statt, an dem wir dann auch teilgenommen haben. Es gab sehr viele Mariachibands, Tanzaufführungen, Comedyveranstaltungen und Konzerte. Wir haben zum Beispiel ein Konzert von einer Band aus Ecuador gehört, Papa Chango, und eine Tanz- bzw. Theateraufführung von einer als Skelett verkleideten Frau gesehen. Die Stadt an sich ist auch wunderschön, gehört zu meinen neuen Lieblingsstädten! Es ist alles sehr bunt und es gibt viele kleine Gassen und versteckte Bars. Hier habe ich zum ersten Mal Mezcal probiert, ein Getränk, das auch aus Agaven gemacht wird, wie der Tequila.

Am Sonntag waren wir dann noch in einem Mumienmuseum. Hier wurden unabsichtlich mumifizierte Menschen gezeigt. Sie wurden etwa um 1900 begraben, schon fünf Jahre später aus Platzmangel aber wieder ausgebuddelt und da der Boden besonders war, waren sie mumifiziert. In dem Musuem konnte man auch die (angeblich) kleinste Mumie der Welt sehen. Nachmittags ging es dann zurück nach Guadalajara.

Am Montag war ich auf einem Konzert der mexikanischen Rockband Molotov. Ich kannte sie vorher nicht, aber es war tolle Stimmung, alle Mexikaner konnten mitsingen. Es war auch sehr voll, einige tausend Leute in dem Stadion. Viele sind einfach über die Absperrungen geklettert und die Ordner hatten keine Chance etwas dagegen zu machen. In Deutschland hätte ich für so ein Konzert bestimmt vierzig oder fünfzig Euro ausgegeben. Hier hat es mich 35 Pesos gekostet, also umgerechnet etwa 1,50 Euro. Um die Konzerthalle herum ist eine Kirmes aufgebaut, deswegen waren wir im Anschluss noch ein bisschen Achterbahnfahren und Bullenreiten.

Dieses Wochenende bleibe ich in Guadalajara. Hier geht es schon los mit den Vorbereitungen für den Dia de los Muertos am 2.11. Am Samstag will ich zu einer Parade gehen, wo viele als Catrina (Skelett) verkleidet sind.

22Sept
2018

Monat September

Die letzten Wochen waren vollgepackt mit Ausflügen, Uni und Festen.

Ein normaler Tag unter der Woche fängt bei mir normalerweise sehr ruhig an, weil ich nur nachmittags Kurse habe. So kann ich ausschlafen, wenn ich möchte, gemütlich frühstücken und dann anfangen die Kurse vorzubereiten. Vormittags bin ich somit meistens zu hause. Nachmittags geht es dann los in die Uni, wo ich dann auch bis abends bleibe. Meistens machen wir ein wenig früher Schluss, sodass ich nicht bis neun, sondern nur bis acht Uhr etwa Uni habe. Inzwischen wird es um diese Uhrzeit schon langsam dunkel und leider regnet es auch immer öfter genau dann, wenn ich nach hause möchte. Aber die Regenzeit geht jetzt nicht mehr allzulange. Abends wird dann öfter noch zusammen gekocht oder wir gehen noch aus.

Die Wochenenden (für mich von Freitag bis Montag) sehen anders aus. Hier planen wir immer Ausflüge, um möglichst viel von Mexiko zu sehen. So habe ich mir Anfang September zum Beispiel Tlaquepaque und Tonalá mit zwei Freundinnen angeschaut. Tlaquepaque kannte ich schon, da waren wir auch mehr oder weniger nur zum Frühstück. Dann ging es nach Tonalá, wo es einen riesigen Markt gab, der sich über die ganze Stadt verteilt. Hier sind wir einige Stunden langspaziert und haben uns die endlosen Stände angeschaut, an denen man von Essen, über Schuhe und Klamotten bis hin zu Kunstgegenständen alles kaufen kann, was man möchte.

Eine Woche später am Freitag war ich in einer großen Shopping Mall auf der Suche nach Postkarten (erfolglos). Das war eine ganz andere Welt. Riesige Hochhäuser, Banken und Ketten wie H&M oder Starbucks etc. Alles war sehr schick und rausgeputzt und hat nicht mehr viel Ähnlichkeit mit dem restlichen Guadalajara gehabt.

Der nächste Tag dagegen war ein weiteres Highlight in meiner bisherigen Zeit hier. Ich bin zu Wasserfällen in der Nähe von Tequila gefahren. Der Weg dahin war nicht ganz einfach und auch nicht ganz ungefährlich. Wir sind mit dem Taxi soweit rangefahren wie es ging, was auch schon abenteuerlich war, weil es irgendwann keine richtige Straße mehr gab, sondern nur noch einen Feldweg und Schlammgruben. Als es nicht mehr weiterging, sind wir ausgestiegen und weitergelaufen. Der Taxifahrer meinte, dass es nicht zu verfehlen sei und es gab auch so gesehen nur einen Weg. Also haben wir angefangen den Berg runterzusteigen. Die Wege waren sehr schmal und an Stellen matschig und sehr steil. Wir sind glaube ich alle einmal hingefallen. Irgendwie haben wir es trotzdem geschafft nicht den richtigen Weg zu gehen, denn nach ungefähr einer Stunde kamen uns zwei Mexikaner entgegen, die fragten, wo wir hinwollten und meinten, dass die Wasserfälle, zu denen wir wollten, weiter oben lägen. Unten gäbe es nur verschmutzte und nicht so schöne. Also haben wir uns den beiden angeschlossen und sind wieder hochgelaufen und später wieder ein Stück runter. Hier wurden die Wege dann noch matschiger und unebener. Zum Schluss hat sich rausgestellt, dass die beiden auch keine Ahnung hatten, wo wir waren und wir wieder an der gleichen Stelle rauskamen, wie vorher. Uns war inzwischen allen so heiß, dass wir einfach nur schwimmen wollten und dann doch zu den weiter unten gelegenen Wasserfällen gegangen sind. Hier war das Wasser wirklich sehr dreckig, aber wir sind trotzdem alle schwimmen gegangen. Und schön waren die Wasserfälle hier auch. Dort haben wir dann wieder andere Mexikaner getroffen, die meinten, dass der Weg zu den anderen Wasserfällen nicht weit wäre, also haben wir es ein weiteres Mal versucht und nach einer dreiviertelstunde etwa haben wir sie dann wirklich gefunden. Sauberer war das Wasser auch nicht unbedingt, aber es war ein wirklich schöner Ort! Wir konnten leider nicht mehr allzulang bleiben, weil der letzte Bus bald gefahren ist, aber es hat sich definitv noch gelohnt gehabt. Die nächsten drei Tage habe ich dann Muskelkater gehabt.

Am Montag (10.09.) haben wir eine Free Walking Tour gemacht um uns das Zentrum von Guadalajara noch einmal genauer anzuschauen. Hier waren wir auch im Palacio Municipal, wo auch ein riesiges Gemälde von Orozco war.

 Das Wochenende vom 16.09., dem Unabhängigkeitstag Mexikos, haben wir in einem kleinen Dorf etwa zwei Stunden entfernt verbracht. In Manzanilla de la Paz konnten wir bei den Eltern einer Freundin schlafen und die traditionellen Feste miterleben, die jedes Jahr an diesem Tag stattfinden. Wir sind Samstag angereist und haben uns den Ort einmal angeschaut. Hier hätte ich wirklich nicht Auto fahren wollen, zum Glück waren zwei dabei, die das immer übernommen haben (insgesamt waren wir zwölf Leute). Am Samstag war der Tag des Gritos, also des Schreis. Es gab viel Musik und Tanz auf dem Marktplatz und um kurz vor zwölf wurde dann Viva México geschrieen.

Am nächsten Tag waren wir vormittags bei einer Aussichtsplattform auf einem Berg. Es war ein bisschen neblig, was einerseits schön aussah, auf der anderen Seite aber leider die Sicht ein wenig eingeschränkt hat. Hier haben wir Tacos gegessen und sind dann wieder runtergefahren, da um vier die Festlichkeiten losgingen. Es gab verschiedene Spiele: bei einem mussten die Männer einen öligen Holzstamm hochklettern um an Geschenke zu kommen, dann gab es einiges für Kinder, wie zum Beispiel Sackhüpfen und dann gab es den Guerra de las flores, wo sich die Leute mit Blumen geprügelt haben, bis alle Blumen kaputt waren. Und zum Schluss gab es eine Wasserschlacht, vor der ich mich zum Glück größtenteils retten konnte. Manzanilla de la Paz liegt 1000 Meter über Guadalajara, also ungefähr bei 2500 Metern, deswegen war es deutlich kälter dort.

Am nächsten Tag haben wir noch gefrühstückt ( natürlich Tacos, ich glaube, ich hab das ganze Wochenende nichts anderes gegessen) udn sind dann wieder zurückgefahren.

An diesem Wochenende will ich zu den Guachimontones, das sind runde Pyramiden, da bin ich schon sehr gespannt.

26August
2018

Woche 2 und 3

Buenos Días!

Die Frage mit den Kursen hat sich inzwischen geklärt. Im System werden weiterhin die falschen Kurse stehen, aber ich habe mit den Professoren gesprochen und ich darf auch an den Kursen teilnehmen, die ich eigentlich gerne machen möchte und am Ende wird mir eine Bescheinigung ausgestellt, dass ich bestanden habe. Ich hoffe nur, dass die Professoren am Ende des Semesters noch wissen, was sie mir versprochen haben.

Die letzte Woche verging wie im Flug und ich habe viel unternommen. Am Freitag war ich am Lago de Chapala, dem größten Binnengewässer Mexikos. Dort war es wunderschön mit dem riesigen See, den Bergen im Hintergrund und dem Ort Chapala. Wir hatten Glück, an diesem Tag war nicht viel los, sonst ist der Ort wohl sehr touristisch. Schwimmen konnte man leider nicht, weil das Wasser sehr dreckig war. Stattdessen haben wir dann eine kleine Bootstour gemacht.

Im Anschluss sind wir noch in einen nahegelegenen Ort namens Ajijic gefahren, der uns von einigen empfohlen worden war, da er so schön sei. Hier haben wir noch einen Kaffee getrunken und sind dann auch bald wieder zurück gefahren.

Am nächsten Tag haben wir mit dem InterCUCSH einen Ausflug nach Tequila gemacht, wo das Getränk auch hergestellt wird. Hier haben wir erst eine Führung durch eine Tequiladestillerie bekommen, dann  einen Stadtrundgang durch den Ort gemacht und im Anschluss noch gemeinsam gegessen und getanzt. Insgesamt waren wir wohl mehr als 150 Leute. Das war ein wirklich schöner Tag, an dem man auch viele neue Leute aus vielen verschiedenen Ländern kennenlernen konnte.

Bei der Führung

Im Ort.

Am Montag war ich in Tlaquepaque, einem netten Künstlerort, der auch zu Guadalajara gehört. Hier haben wir toll gefrühstückt und uns viele Läden mit Kunstwerken, Teppichen, Schmuck und traditionellen Kleidungsstücken angeschaut. Wir haben überall nach Postkarten geschaut, aber bis jetzt habe ich noch nirgendwo welche gefunden. Wir haben viele Leute gefragt und jeder hat uns in eine andere Richtung geschickt, sodass wir am Ende aufgegeben haben. 

Abends war ich dann noch Salsa tanzen in Chapultepec. An einigen Tagen in der Woche gibt es hier öffentlches Tanzen auf der Straße. Am Anfang bekommt man eine Einführung und lernt ein paar Schritte, später tanzt man dann zu Musik. Ich durfte mit dem Tanzlehrer tanzen und musste deswegen in der Mitte allen vormachen, aber es hat ganz gut geklappt eigentlich. Die nächsten Wochen will ich auf jeden Fall wieder hin!

Am Dienstag war ich ein weiteres Mal beim Lucha Libre, was wieder spannend anzuschauen war. Am Mittwoch war Lasagneabend und heute (Freitag) war ich im Aquarium neben meiner Uni. Das war auch interessant, es gab viele verschiedene Fische und Schlangen und Krokodile... Ich durfte eine Schlange mir einmal um den Hals legen, Vögel füttern und Fische anfassen. War auf jeden Fall sehr spannend, obwohl die Gehege für die Tiere leider doch ein bisschen klein waren.

Gleich geht es noch zum Tortilla-Kochen.. :)

 

20August
2018

Woche 1

Eine Woche ist schon seit meiner Ankunft in Mexiko vergangen. Ich hab schon viel gesehen in dieser Zeit und mich auch soweit ganz gut eingelebt.

Letzte Woche hat die Uni angefangen. Es gab sowohl eine Begrüßungsveranstaltung für alle Austauschstudierenden an der Universidad de Guadalajara (UdeG), wo rund 1500 Personen teilgenommen haben, als auch eine Willkommensverantaltung meiner Fakultät dem Centro Universitario de Ciencias Sociales y Humanedades (CUCSH), wo dann noch rund 200 Intercambios da waren. Beide Veranstaltungen waren sehr interessant. Am Dienstag bei der ertsen Veranstaltung gab es zunächst einen Vortrag über die Uni und einiges Organisatorisches und zum Schluss trat eine Mariachi-Band auf, die die traditionelle Musik Mexikos und insbesondere Guadalajaras gespielt haben. Das hat mir sehr gut gefallen. Anschließend wurden dann alle noch auf ein paar Tacos eingeladen.

Abends war ich mit ein paar meiner WG-Mitbewohner beim Lucha Libre, einer Art Wrestling. Das ist hier sowas wie der Volkssport und findet jeden Dienstag statt. An die Sportart an sich muss man sich erst gewöhnen, aber insgesamt hat es mir sehr gut gefallen: die Stimmung war toll und alle haben mitgefiebert.

Am nächsten Tag war die Begrüßung im CUCSH, wo sich unsere Tutoren einmal vorstellten und uns dann eine kleine Führung durch die Uni gaben. Insgesamt ist die Uni wirklich schön mit vielen grünen Flächen und kleinen Parks, nur an die kleinen dunklen Klassenräume muss man sich erst gewöhnen. Später am Tag war dann auch direkt mein erster Kurs, in dem es um die Geschichte Jaliscos und dessen Einwohner geht. Jalisco ist der Bundesstaat Mexikos, in dem ich im Moment lebe. Der Professor war sehr nett, hat nur sehr schnell gesprochen, sodass ich nicht alles verstehen konnte. Anschließend hatten wir dann noch einen WG-Abend, in dem alles Organisatorische besprochen wurde.

Am Donnerstag fand die Welcome-Party meiner Fakultät statt, in einem Club namens Funky Town. Hier ist sogar eine Band aufgetreten, die dann live einige spanische und mexikanische Lieder gespielt hat.

Am Freitag gab es ein kleines Fest in Angies WG- ich glaub an diesem Abend habe ich mehr Spanisch gesprochen als die ganze Woche vorher. Es waren viele Mexikaner und ein paar Kolumbianer da. Es wurde viel gelacht, einige Spiele gespielt und am Ende haben wir auch ein bisschen getanzt. Mit guter Führung habe ich es sogar ganz gut hinbekommen.

Am Sonntag war eins der Highlights dieser Woche: der Ausflug zu den Barrancas de Oblatos-Huentitán. Das war eine große Schlucht, in die wir hinabgestiegen sind, ein kleines verlassenes Dorf besichtigt haben und dann wieder hochgelaufen sind. Runter ging es ganz gut, aber rauf sind wir über alte Bahnschienen gelaufen, die teilweise sehr steil waren. Außerdem war es beim Aufstieg Mittagszeit, sodass es sehr heiß war und auf den Schienen gab es wenig Schatten. Trotzdem haben wir es wieder bis ganz nach oben geschafft! Das war ein unglaublich anstrengender Tag, aber es hat sich gelohnt. Was ich alles sehen konnte, die Berge, den Fluss unten, die Schienen, das Dorf, das hätte ich nicht verpassen wollen!

 

Heute waren wir dann in Zapopan, einem Stadtteil Guadalajaras. Hier war es ganz nett mit einigen Kirchen, großen Plätzen und einem Markt.

Insgesamt verlief die Woche sehr gut, allerdings habe ich im Moment ein paar Probleme mit meinen Kursen in der Uni. Mein Tutor hat die falschen eingetragen und jetzt ist das System geschlossen und ich weiß nicht, ob ich die Kurse machen kann, die ich wollte. Ich hoffe, das klärt sich morgen..

Also: hasta luego :)

12August
2018

Angekommen in Mexiko

Jetzt hat die Reise wirklich begonnen. Am Donnerstag sollte es los nach Mexiko gehen, dort fingen dann allerdings schon die ersten Schwierigkeiten an. Da es in München ein Unwetter gab, kam unser Flug verspätet an, weshalb wir unseren Anschluss nach Mexico City verpasst hätte. Deswegen bekamen wir die Möglichkeit umzubuchen und einen Tag später zu fliegen. DIese Option nahmen Angie und ich dann auch in Anspruch, weil wir nicht die Nacht in München verbringen wollten. So ging es nach dem etwas tränenreichen Abschied am Flughafen dann doch wieder zurück nach Bremen, wo wir noch eine Nacht verbrachten (da ich aus meinem Zimmer ausgezogen bin und dort weder ein Bett noch Schlüssel für die Wohnung mehr hatte, schlief ich bei Freunden). Am nächsten Tag lief dann alles besser und wir konnten wirklich aufbrechen. Der Flug nach München war kurz und mit ein bisschen Verspätung kamen wir dann an. Nach vier Stunden Umsteigezeit ging es dann in den nächsten Flieger nach mexico City. 12 Stunden und 40 Minuten sollte der Flug dauern, was sich im ersten Moment erstmal sehr lang und anstrengend angehört hat, am Ende aber dann ganz schnell rum war. Und dann waren wir in Mexiko! Da wir nachts geflogen sind, konnte man nicht allzu viel leider sehen, aber auch so konnte man erahnen wie riesig Mexico City ist. Von hier ging es dann ein paar Stunden später um acht Uhr Ortszeit weiter nach Guadalajara.

Hier angekommen, nahmen wir uns ein Taxi ins Zentrum, wo sich unsere WGs befinden. Ich wohne jetzt in einer Zehner-WG in der Calle Reforma. Das Haus ist wirklich schön, mit einem tollen Innenhof, einer Dachterrasse und ganz unterschiedlichen Schlafzimmern. Auch meine Mitbewohner wirken bis jetzt sehr nett. Wir sind fünf Deutsche, ein Walise, eine Französin, ein Amerikaner und zwei Spanier. In das Spanisch muss ich mich noch ein bisschen einfinden, aber das kommt sicher mit der Zeit.

Ich habe schon viel erlebt seit ich angekommen bin. Die Stadt ist wirklich sehr schön mit vielen alten und teilweise sehr heruntergekommennen Häusern in tollen Farben, Kirchen, großen Märkten und großen palastähnlichen Gebäuden. Ich habe auch schon fast alle Transportmittel, die hier genutzt werden einmal ausprobiert: ich bin Taxi, Uber, Bus und Fahrrad gefahren. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Ubahn.

Gestern war ein sehr aufregender Tag. Wir wollten uns mit anderen Austauschstudent*innen in der Stadt treffen. Wir kannten uns allerdings noch nicht aus, hatten kein Internet und keinen Stadtplan. Das Uber, das wir genommen haben, hat uns zumfalschen Restaurant leider gebracht (gleicher Name aber falsche Adresse). Deswegen mussten wir uns mit dem Bus und Zufußgehen durschlagen, indem Angie und ich immer wieder Leute nach dem Weg gefragt haben (die meisten kannten das Restaurant und die Straße aber leider nicht). Trotzdem sind wir irgendwann mit zwei Stunden Verspätung angekommen und haben die anderen sogar noch gefunden. Das war das erste Abenteuer hier in Guadalajara.

Heute habe ich noch einmal das Zentrum erkundet und eine Spezialität aus Guadalajara gegessen, eine torta ahogada. Das ist sowas wie ein Sandwich, das in so viel Soße schwimmt, dass es quasi ,,ertrinkt". War sehr lecker, nur etwas schwierig zu essen. Dann hatten wir noch einen schönen Abend in der WG.

Morgen gehe ich dann mal die Uni ein bisschen erkunden (meine Kurse gehen erst Dienstag los)...

12August
2018

Bald geht es los

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.